Welche Behandlungsmethode bei Krampfadern ist für Sie die Beste?

Aufgrund der Vielzahl der angebotenen Behandlungsmethoden ist die Entscheidung nicht immer leicht zu treffen, welche Methode beim Krampfadernleiden für den Patienten „die Beste“ ist. Viel Faktoren, wie z.B. allgemeiner Gesundheitszustand, Ausbildung des Venenarztes oder auch die Möglichkeiten der Anästhesie beeinflussen die Auswahl der Behandlungmethode.

Grundsätzlich gilt, dass derzeitig lediglich die Kosten für eine Strippingoperation (Endostripping) von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Unabhängig von Kosten sollte der Erhalt der Stammvenen nicht nur im Hinblick auf evtl. spätere Bypassoperationen an erster Stelle stehen. Das einzige etablierte Stammvenen erhaltende Verfahren ist die CHIVA-Methode.

Nicht jeder Krampfadernbefund ist jedoch für eine CHIVA-Operation geeignet. Nur eine strenge Auswahl von geeigneten Befunden führt zu guten Resultaten! Steht für Sie das  kosmetische Ergebnis an erster Stelle, so ist die Methode nach CHIVA nicht unbedingt zu empfehlen. Hier empfiehlt sich entweder das moderne Endostripping (mittels Kryosonde oder Venenextraktor) in Kombination mit der mikrochirurgischen Entfernung von varikös veränderten Seitenästen, oder  die  Hitzeverschmorung der  der Stammvene (thermische Ablation, Elves radial, VNUS closure fast). Denn oft ist nur eine einzige Punktion (ca. 1 bis 2 mm Narbe) notwendig. Leider gibt es für die Laser – und VNUS-Methode noch keine wissenschaftlichen Langzeitergebnisse (> 4-5  Jahre), sodass zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine abschließende Beurteilung abgegeben werden kann. Ggf. kann es zu einem Wiedereröffnung der Sammelvene oder einem sogenannten Krossenstumpf kommen, die entweder eine erneute Laserintervention oder eine Strippingoperation mit Unterbindung der Sammelvene an der tiefen Beinvene notwendig machen. Heute weiß man, dass mit nur einer Behandlungsmethode nicht sämtliche Situationen des Krampfadernleidens behandelt werden können.

Idealerweise sollten Sie sich deshalb ein Venenzentrum (z.B. Venenkompetenz Zentrum oder Phlebologicum Zentrum) aussuchen, wo sämtliche etablierten Verfahren routiniert angeboten werden. Nur so können Sie sicher gehen, dass Sie ein massgeschneidertes (taylored procedure) Behandlungskonzept für Ihr Krampfadernleiden erhalten.

Wichtiger Hinweis

Die Auswahl des richtigen Operationsverfahrens ist von mehreren Faktoren abhängig. Besprechen Sie die Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren mit Ihrem Chirurgen und treffen Sie mit ihm zusammen die Entscheidung, welches für Sie persönlich das Beste darstellt.

behandlung

Venenkleber - VenaSeal closure System

Seit kurzer Zeit steht ein weiteres minimal invasives Verfahren zur Behandlung von Krampfadern zur Verfügung. Bei dieser Methode wird über eine Punktion Gewebe-Klebstoff (Akrylatkleber) in die erkrankte Stammvene eingebracht, so dass die Vene sofort verschlossen wird. Der verwendete Gewebekleber ist nicht neu, sondern wurde in anderen Bereichen der Medzin bereits seit vielen Jahren verwendet.

Der Venenkleber wird nur bei erkrankten Stammvenen (V.saphena parva /magna) angewandt. Hierbei wird das untere Ende der erkrankten Vene punktiert und ein dünner Katheter wird so in die erkrankte Stammvene bis vor die Einmündung in die tiefe Vene vorgeschoben. Nach sicherer Plazierung wird im Zurückziehen der Gewebekleber in die Vene gespritzt und manuell zusammengedrückt. Nach Entfernen des Katheters wird die Punktionstelle lediglich mit einem Pflaster verschlossen. Der Vorteil der Behandlung z.B. gegenüber den Laser- oder Radiofrequenzverfahren liegt darin, dass der Eingriff ohne jegliche Art von Betäubung im Verlauf der zu behandelnden Vene erfolgen kann. In manchen Fällen kann sogar auf die anschliessende Kompressionsbehandlung verzichtet werden.

Nachdem die Methode noch sehr „jung“ ist, gibt es noch keine kontrollierten medizinischen Studien insbesondere zum längerfristigen Verlauf. Erste Erfahrungsberichte sind jedoch vielversprechend. Die behandelte Stammvene soll auch, wie bei der Hitzeverschmorung durch den Laser- bzw. Radiofrequenz, nach einigen Monaten im Ultraschall nicht mehr zu sehen sein.

Venenstripping nach Babcock

babcockEs werden heute vielfältige, angeblich immer modernere Operationsverfahren angeboten. Meist handelt es sich um Variationen der so genannten „klassischen Strippingoperation“ nach Babcock (1907).

Dies ist das älteste, verbreiteteste und von den gesetzlichen Krankenkassen finanzierte Behandlungsverfahren in der chirurgischen Entfernung von Krampfadern.

Die Strippingoperation setzt sich zum Ziel, die im oberflächlichen Venensystem erkrankten Venenanteile (Varizen) zu entfernen. Dabei wird über einen Leistenschnitt oder Schnitt in der Kniekehle die Verbindung zwischen der oberflächlichen Sammelvene (V.saphena magna bzw. V. saphena parva) und der tiefen Beinvene sorgfältig frei präpariert. Die hier einmündenden Seitenäste (Venenstern bzw. Krosse) werden durchtrennt und unterbunden.

So wird die Sammelvene bis zur Einmündung in die tiefe Vene freipräpariert und dann von der tiefen Vene abgesetzt. Nur das exakte Absetzen an der tiefen Beinvene kann einen technisch verursachten Rückfall des Krampadernleidens verhindern.
Mit Hilfe einer Strippingsonde wird die vordere Sammelvene sondiert. Die Sonde wird an einem weiter unten gelegenen Punkt über einen kleinen Hautschnitt wieder ausgeleitet, so kann die „aufgefädelte“ Sammelvene gezogen werden.

Heutzutage erfolgt das stadiengerechte Stripping der vorderen Sammelvene. Das heißt, dass nach entsprechender Voruntersuchung nur die erkrankten Venenanteile der Sammelvene gestrippt werden. Zum Einsparen von weiteren Hautschnitten und zur Schonung des umliegenden Gewebes wird heute das so genannte Endostripping durchgeführt.

So können zum einen gesunde Venen erhalten bleiben, die eventuell später z. B. für eine Bypassoperation notwendig sind, zum anderen ist das Risiko einer Nervenverletzung des oberflächlichen Hautnervs deutlich reduziert worden.

Bei einem kompletten Stripping wird der oberflächliche Hautnerv in bis zu 10 Prozent der Fälle irritiert. Größere varikös veränderte Seitenäste der Sammelvene werden in aller Regel in gleicher Operation   mikrochirurgisch über Miniphlebektomie entfernt.

Fakten

  • 80-90% der deutschen Bevölkerung mit Krampfadern werden in Deutschland klassisch gestrippt (>300.000 Eingriffe/Jahr)
  • nach wie vor ist die Stripping Operation der „Goldene Standard“ – bzw. das Operationsverfahren mit der längsten Erfahrung
  • Kosmetisch kein wesentlicher Unterschied zu den endoluminalen Verfahren
  • der operative Eingriff kann in aller Regel ambulant erfolgen

Nachbehandlung bei Krampfaderneingriffen

Nach einem operativem Eingriff zur Beseitigung von Krampfadern ist immer eine mehr oder weniger aufwändige Nachbehandlung erforderlich. Grundsätzlich sollte nach jeder Krampfadernbehandlung ein für Sie angepasster Kompressionstrumpf getragen werden. Generell sollte dieser bis zur Erlangung der Bescherdefreiheit bzw. nach Anordnung Ihres Arztes getragen werden (4-6 Wochen).

Nach einer Stripping Operation erfolgt im Venenzentrum an der Ullsteinhausklinik bei ambulant durchgeführtem Eingriff eine Kontrolluntersuchung am 1. Tag nach der Operation, zum erneuten Verbandswechsel, nach 5-10 Tagen zu einer erneuten Verlaufskontrolle und nach 3 Monaten zur definitiven überprüfung des Operationsergebnisses. Nachdem in unserem Venenzentrum mit auflösbaren Fäden Wunden verschlossen werden, müssen keine Fäden gezogen werden. In aller Regel müssen nur die Schnitte in der Leiste oder Kniekehle genäht werden, da vorzugsweise das sog. Endostripping erfolgt.

Zur Entfernung der varikösen Seitenäste werden am Venenzentrum Ullsteinhausklinik mikrochirurgische Techniken (Miniphlebektomie) angewandt, so dass diese kleinen Hauteinstiche nicht vernäht werden müssen. Ein kleiner Pflasterverband über einige Tage nach der Operation ist hier ausreichend. In aller Regel entstehen nach einer Stripping Operation je nach Gewebetyp mehr oder weniger ausgeprägte Blutergüsse unter der Haut. Diese sind meistens vollkommen belanglos und verschwinden nach 2-3 Wochen spontan. Zur Reduzierung der Bluterguss Ausbildung werden noch während der Operation festere Kompressionsbinden angelegt, die Sie bis zum Verbandswechsel am Folgetag belassen sollten. Zum schnelleren Abheilen empfehlen wir schon am 2. postoperativen Tag mit kalten Güssen (Kneippguss) zu beginnen. Dadurch beschleunigen Sie zum Einen die Abheilung und zum Anderen wird die postoprative Schwellung reduziert. In den ersten Tagen nach einer Krampfadernoperation sollten Sie sich mit körperlichen Aktivitäten oder Sport noch zurückhalten – kleine Spaziergänge und immer wieder die Beine hochlegen wäre optimal! Krankschreibungen nach einer Strippingoperation sind im Venenzentrum Ullsteinhausklinik in aller Regel nicht länger als 1 Woche erforderlich.

Laserbehandlung und Radiofrequenztherapie
der Stammvenen (VNUS closure fast, ELVES radial)

VNUSIn den letzten Jahren haben sich die schonenden und wenig invasiven neuen Hitzeverfahren zum Verschluss erkrankter Venenabschnitte (thermische Occlusions – bzw. ablationsverfahren) zunehmend etabliert.

Bei diesen Verfahren wird entweder mit Laserenergie (z.B. ELVES radial) oder Radiowellenenergie (z.B. VNUS closure fast) der erkrankte Stammvenenabschnitt so stark und gezielt erhitzt, dass die innere Venenwand verschmort bzw. zerstört wird.

Die Vorteile der endoluminalen Hitzeverfahren liegen auf der Hand:

  • minimales Operationsrisiko
  • nach dem Eingriff  geringe bis keine Schmerzen
  •   bereits 1-2 Tage nach dem Eingriff können Sie Ihrer Arbeit wieder nachgehen.

Die so behandelte Vene wird vom Körper in 1/2 bis 1 Jahr dann komplett abgebaut und kann in aller Regel wie beim operativen Strippingverfahren in der Ultraschalldiagnostik bei der Verlaufskontrolle nicht mehr nachgewiesen werden.

Der Eingriff wird vorzugsweise  in örtlicher Betäubung kann jedoch auf Wunsch auch in Vollnarkose durchgeführt. Der Vorteil der Methode gegenäber der Stripping Operation liegt vor allen Dingen in der geringen Schmerzhaftigkeit und schnellen Erholung in den ersten Wochen nach dem Eingriff.

Wissenschaftlich konnten im kurz – und mittelfristigen Verlauf  Ähnliche Ergebnisse in Bezug auf einen möglichen Rückfall wie bei der Stripping Operation erzielt werden.

Langzeitergebnisse über 10 Jahre stehen noch aus.Die neuen endoluminalen Therapien werden in aller Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Private Krankenkassen übernehmen in aller Regel die Kosten für die endoluminalen thermischen Verfahren. Mit einigen gesetzlichen Krankenkassen (siehe teilnehmende Krankenkassen) bestehen Verträge mit dem Venenzentrum an der Ullsteinhausklinik.

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Laserbehandlung Krampfadern

Methode: 

die Laserbehandlung krankhaft veränderter Stammvenen wird seit über 10 Jahren durchgeführt, wobei sich die Wellenlängen der Laserenergie im Laufe der Jahre immer wieder geändert hat. In der Anfangsphase wurde mit niedrigen Wellenlängen (810-980 nm) und einer nach vorne ausstrahlenden Laserfaser gearbeitet. Durch die Erhitzung des Blutes wurde dabei ein thermischer Schaden an der Veneninnenwand gesetzt, der zu einer Zerstörung der Vene geführt hat.  Aufgrund der gleichzeitig ausgelösten Entzündungsreaktion zeigten sich im postoperativen Verlauf jedoch häufig stärkere Schmerzen und ein stark verhärteter Venenstrang. Mit der Einführung der höheren Wellenlängen (1470 nm) und einer radial (360 Grad) abstrahlenden Laserfaser konnten diese Nachteile beseitigt werden. Von großem Vorteil erscheint die radiale Ausstrahlung des Lasers, da dadurch die Laserfaser exakt an den Übergang der Stammvene zur tiefen Vene plaziert werden kann ohne eine Beschädigung der tiefen Vene zu fürchten. Auf diese Weise kann wie auch bei der Operation eine exakter Abschluss direkt an der tiefen Vene erzielt werden, wodurch das Rückfallrisiko bedingt durch einen zu langen Stumpf reduziert werden kann.

Behandlung: 

Der Eingriff erfolgt vorzugsweise in örtlicher Betäubung, kann jedoch auch auf Wunsch  in einer Vollnarkose durchgeführt werden. Über eine Punktion der erkrankten Vene am unteren Ende wird die Laserfaser über eine Einführungschleuse in die Vene geschoben. Unter gleichzeitiger Ultraschallkontrolle wird die Laserfaser bis an die Einmündung der tiefen Vene vorgeschoben. Nach sicherer Platzierung wird unter ständiger Ultraschallkontrolle um die zu behandelnde erkrankte Vene mit Hilfe einer Nadel örtliches Betäubungsmittel und Kühlflüssigkeit verabreicht. Dadurch wird die Vene zusammengedrückt und so eine bessere Energieübertragung ermöglicht. Gleichzeitig wird durch das örtliche Betäubungsmittel der Schmerz ausgeschaltet. Anschließend wird unter Aktivierung des Lasers die Laserfaser schrittweise aus der Vene zurückgezogen. Im Ultraschall kann hierbei schon die Schrumpfung der Vene beobachtet werden. Die Behandlung wird abgeschlossen entweder mit einer Verödung oder mirkrochirurgischen Entfernung der ebenfalls krankhaft veränderten Seitenäste.

Nachbehandlung:

Nach einer erfolgten Laserbehandlung der Stammvenen sollte innerhalb von 24 Stunden nach dem Eingriff eine erneute Ultraschalluntersuchung im Bereich der Laserbehandlung erfolgen. Insbesondere muss der übergangsbereich der oberflöchlichen Stammvene z.B. V. saphena magna in die tiefe Vene kontrolliert werden um eine Beschödigung der tiefen Venen (z.B. Thrombose) auschließen zu können. Ebenfalls muss der komplette Verschluss der behandelten Venenabschnitte konrolliert werden. Nach der Ultraschallkontrolle empfehlen wir für die Dauer von 4-6 Wochen eine konsequente Kompressionstrumpfbehandlung bis sich das oberflächliche Venensystem komplett erholt hat. In aller Regel erfolgt nach weiteren 3-4 Monaten eine erneute klinische und auch duplexsonographische Untersuchung um das längerfristige Ergebnis der Behandlung abschätzen zu können.Sollten nach dieser Zeit noch Restkrampfadern bestehen, so können diese in aller Regel unkompliziert verödet werden.  Ebenfalls wird überprüft, in wie weit sich die venöse Abflussstörung des Beines erholt hat.

Radiofrequenzbehandlung von Krampfadern - VNUS closure fast

Behandlung:

1. step1Nach Punktion der erkrankten Stammvene (z.B. V. saphena magna) am unteren Punkt des erkrankten Venenabschnittes (z.B. unterhalb des Kniegelenkes), wird über eine Schleuse (siehe Punkt 4) der Radiofrequenzkatheter unter Ultraschallkontrolle in die Vene bis 2 cm (Herstellerempfehlung) vor die Einmündung der tiefen Vene vorgeschoben

2. step2Nach sicherer Plazierung der Sonde wird unter Ultraschallkontrolle über eine Punktionskanäle um die zu behandelnde Vene ein „Kühlpolster“ mit Kochsalzlösung und örtlichem Betäubungsmittel gesetzt. Danach wird schrittweise (ca. 7 cm Abschnitte) die Vene  von innen „verkocht“

3. step3der gesamte erkrankte Venenabschnitt der betroffenen Stammvene (hier V. saphena magna) wird überlappend von oben nach unten behandelt.

4. step4der erkrankte Venenabschnitt wird bis zum Übergang zur gesunden Vene behandelt. Nach Beendigung der Radiofrequenzbehandlung wird der Katheter und die „Schleuse“ entfernt. Im Anschluss werden in aller Regel die noch bestehenden variköse Seitenäste entweder über Miniphlebektomie oder Sklerosierung entfernt.

Kostenerstattung alternativer Behandlungsverfahren durch gesetzliche Krankenkassen

In Deutschland gibt es einen Katalog von medizinischen Behandlungsverfahren, die von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Neue Behandlungsverfahren werden von einer Prüfkommission überprüft und dann von einem gemeinsamen Gesundheitsausschuss entweder zugelassen oder abgelehnt.

Hierbei steht im Vordergrund zum einen die Wirksamkeit des Verfahrens, die Notwendigkeit und die Wirtschaftlichkeit.

Im Falle der neuen thermischen Verfahren (Laser-  oder Radiofrequenzbehandlung der Stammvenen) konnte wissenschaftlich die Überlegenheit der Methode gegenüber chirurgischen Stripping bis heute nicht eindeutig belegt werden.

Außerdem sind die Kosten für eine endoluminale thermische Behandlung um 1/3 teurer im Vergleich zum chirurgischen Verfahren. Aus diesem Grund werden die Kosten für ein thermisches Verfahren aktuell von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

Nachdem die Vorteile der thermischen Verfahren dennoch im Einzelfall nicht abzustreiten sind, haben einigen gesetzliche Krankenkassen im Rahmen von speziellen Verträgen entweder mit einem einzelnem Zentrum oder mit bestimmten Gruppen Verträge ausgehandelt, die die Kosten auch für die Laser – und Radiofrequenztherapie übernehmen (z.B. Micadovertrag, medical Network oder Phlebologicum P4P Vertrag). Prinzipiell besteht auch für jeden Patienten die Möglichkeit der sog. Kostenerstattung einer Leistung, die nicht im gesetzlichen Katalog gelistet ist.

Hierzu muss vom Patienten ein Antrag auf Kostenerstattung des Verfahrens gestellt werden und bei der Krankenkasse eingereicht werden. Im Rahmen einer sog. Einzelfallentscheidung wird die Krankenkasse dann einer Kostenerstattung zustimmen oder diese ablehnen.

Sollten sich für Sie wirkliche Vorteile aus einer Laserbehandlung oder Radiofrequenzbehandlung ergeben (z.B. keine Vollnarkose, geringerer postoperativer Schmerz, schnelle Wiedereingliederung in das Arbeitsleben), macht es sicherlich Sinn einen solchen Antrag bei ihrer Krankenkasse einzureichen.

Wir unterstützen Sie gerne bei der Antragsstellung!

folgende Krankenkasse übernehmen im Rahmen von Selektiverträgen die Kosten für ein thermisches endoluminales Verfahren:

Selektivverträge Phlebologicum

phlebologicum

Liste der teilnehmenden Krankenkasse

Micado Vertrag

micado-health-care

Liste der teilnehmenden Krankenkassen

Medical Networks

medical-networks

Liste der teilnehmenden Krankenkassen

KRS Medical

krs-medical

Liste der teilnehmenden Krankenkassen

Mini-Phlebektomie

miniphGrößere Netzkrampfadern werden meist einer chirurgischen Behandlung zugeführt. Hier hat sich die Technik der Mini-Phlebektomie bewährt. Über kleinste Stiche (1-2 mm) und mit Hilfe von mikrochirurgischen Häkelnadeln werden die störenden Krampfadern gezogen. Der Eingriff erfolgt in der Regel in örtlicher Betäubung. Bereits nach kurzer Zeit (3 bis 6 Monate) sind die chirurgisch gesetzten Stiche nicht mehr sichtbar und die Krampfadern langfristig entfernt.

Sklerosierung Stammvenen

Die Sklerosierung von Krampfadern wird seit vielen Jahrzehnten weltweit durchgeführt. Mit den gängigen Sklerosierungsmitteln waren die Erfolge bei der Behandlung eines erkrankten Stammvenenabschnittes jedoch unbefriedigend.

Seit der Einführung der Schaumsklerosierung (Mikroschaum) konnten diese Ergebnisse jedoch deutlich verbessert werden. Bei der Schaumsklerosierung wird mit Luft vermischtes Verödungsmittel (Verödungsschaum – Mikroschaum) ultraschallkontrolliert  in die erkrankten Stammvenen über eine Punktion verabreicht.

Die Therapie erfolgt in aller Regel in mehreren Sitzungen. Abgesehen von einer konsequenten Kompressionstherapie sind keine weiteren Maßnahmen und auch keine Narkosen erforderlich.

Heute kann der Verödungsschaum auch mit speziellen Kathetern über eine Punktion in die gesamte betroffene Vene eingebracht werden. Der vor kurzer Zeit aus der USA kommende Katheter – ClariVein- bewirkt durch eine mechanische Reizung der Veneninnenwand eine verbesserte Wirksamkeit des Mikroschaumes. Hierdurch soll ein verbesserter langanhaltender Verschluss der Vene sichergestellt werden.

Im Vergleich zu den operativen und interventionellen Verfahren kommt es nach wie vor  im längeren Verlauf zu deutlich häufigeren Rückfällen bedingt durch eine Wiedereröffnung der behandelten Vene.

CHIVA

chivaDie CHIVA-Methode gehört zu den wenigen, Operationsverfahren bei der auf das Entfernen der Sammelvene (Stammvene) verzichtet wird. Das Wort CHIVA ist die französische Abkürzung für ambulante, Blutfluss korrigierende Behandlung der Krampfadern.

Bei dieser Methode bleiben die Stammvenen im Bein vollständig erhalten und stehen dem Kreislauf weiterhin zur Verfügung (Funktionserhalt). Die CHIVA-Methode setzt eine genaue Kenntnis über den Abfluss des Blutes in den Krampfadern voraus.

Wichtigste Voraussetzung für die Operationsmethode ist die routinierte Anwendung der Farbduplex-Doppler-Ultraschalluntersuchung. Das Prinzip der CHIVA-Methode beruht darauf, dass sich Krampfadern zurückbilden können, wenn der falsche Blutfluss ausgeschaltet ist. Wissenschaftliche Untersuchungen der CHIVA-Methode haben gezeigt, dass sich die Venen auf ihren ursprünglichen Durchmesser rückbilden können und so ein Klappenschluss z.B. in den Sammelvenen wieder möglich ist.

Dieses Ziel kann erreicht werden indem nach feststehenden Grundregeln diese Venen an bestimmten Stellen durchtrennt werden. Folglich hat das Blut keine Möglichkeit zu einem Rückfluss in die Krampfadern.

Das Blut aus den vielen gesunden Seitenästen kann hingegen in den noch vorhandenen Venen abfließen. Es muss sich nach dem erfolgten Eingriff keine neuen Wege suchen, sondern ist umgeleitet und der krankhafte Rückfluss in dieser Vene ausgeschaltet.

Der Vorgang der Rückbildung der Vene auf ihren ursprünglichen Durchmesser dauert ca. 6 bis 8 Wochen. Während dieser Zeit ist es sehr wichtig, dass der Patient einen speziell für ihn angepassten Kompressionsstrumpf trägt. Die Kompressionsbehandlung sowie dosierte Bewegung, Venengymnastik, Kneipp-Anwendungen und abschwellende Wickel unterstützen die Rückbildung.

Kompressionstherapie

Die konservative Therapie versucht mittels Kompression, Bewegungstherapie und Medikamenten den Zustand des Venenleidens zu verbessern.

Basis ist hierbei die Kompressionstherapie. In manchen Fällen ist anfänglich zunächst eine Kompressionsbinden Therapie notwendig, um die Schwellung des Beines zu reduzieren.

Sowohl durch die Kompressionsbandagenbehandlung als auch durch den Kompressionsstrumpf werden die überdehnten Venen wieder besser zusammengedrückt, so dass sich die Venenklappen wieder schließen können. Dadurch wird das Blut in den Venen wieder in die richtige Richtung  – also Richtung Herz – gelenkt und eine Stauung im Bein vermieden.

Gleichzeitig übt der moderne Kompressionstrumpf Druck auf das Gewebe aus, so dass sich kein „Gewebewasser“ (Ödem) in den Beinen bilden kann.
Medizinische Kompressionstrümpfe beugen neuen Krampfadern vor und halten eine bereits bestehende Venenerkrankung unter Kontrolle.
Kompressionstrümpfe sind teuer – auch wenn Sie diese über Rezept erhalten! Um so wichtiger ist es, dass dieser für Sie richtig ausgewählt wird.

Wichtiger Hinweis

  • bevor ein Strumpf ausgewählt oder bestellt wird muss sorgfältig das Maß von Ihren Beinen genommen werden
  • Sie sollten eine eingehende Beratung über das An – u. Ausziehen des Strumpfes und die Pflege erhalten
  • der ausgewählte Strumpf sollte im Sanitätsgeschäft auf korrekten Sitz überprüft werden

Der Kompressionsverband ist nach einer Operation oder Intervention an den Krampfadern, aber auch der anfänglichen Behandlung von oberflächlichen Venenentzündungen (Phlebitis) bis hin zum offenen Bein (Ulcus cruris) die erste Behandlungsmaßnahme. Abhängig von der bestehenden Venenerkrankung und ggf. weiteren Erkrankungen werden verschiedene Verbandsmaterialien und Verbandstechniken verwendet. Es werden heute Lang- und Kurzzug binden unterschieden. Langzugbinden sind sehr elastisch und haben deshalb einen sehr hohen Ruhedruck d. h. sie entfalten ihre größte Wirksamkeit beim liegenden Patienten. Im Gegensatz dazu haben die Kurzzugbinden einen hohen Arbeitsdruck und niedrigen Ruhedruck, weswegen diese Ihre optimale Wirkung beim laufenden Patienten entwickeln. Das Anlegen von Kompressionsverbänden sollte nur durch geschultes Fachpersonal erfolgen.

Prinzipiell gilt:

Ein angepasster Kompressionstrumpf ist einem schlecht ausgeführten und nicht sitzenden Kompressionsverband immer überlegen! In aller Regel ersetzt der entsprechende Kompressionstrumpf nach einiger Zeit der Behandlung den Kompressionsverband.

Ziehen Sie Ihre Kompressionstrümpfe möglichst mit Gummihandschuhen und stets ohne ohne Schmuck und Uhr an, damit das Gestrick des Strumpfes nicht beschädigt wird.

Die Gummihandschuhe haften am Gestrick und erleichtern das Greifen und Anlegen erheblich. Beim Anziehen des Strumpfes ist ein überdehnen durch zu starken Zug zu vermeiden, da der Strumpf dann nicht richtig am Bein sitzt. Dies hat zur Floge, dass die Druckverteilung nicht stimmt und der Strumpf wie ein Gummiband zurückrutscht und sich in der Kniekehle sammelt. Schmerzende Einschnürungen können dann die Folge sein.

Link zum Video:

http://www.medi.de/patient/produkte/venentherapie/anziehhilfen-zubehoer/medi-2in1.html